Johanniskraut

Es gibt eine kleine, leuchtend gelbe Blume, die nur eines im Sinn zu haben scheint: die Sommersonne zu speichern, damit wir sie im Winter zur Verfügung haben. Johanniskrautöl – auch Rotöl genannt – ist ein wunderbares altes Heilmittel, das gegen Winterverstimmungen, Hautprobleme und Schmerzen hilft.

Johanniskrautöl wird aus den Blüten einer Pflanze gewonnen, die schon in der Volksmedizin als besonders heilkräftig und magisch galt. Das tiefrote Öl auf Olivenölbasis hat sehr heilsame Wirkung bei Schmerzen der Gelenke, bei Rheuma, Ischias und Gicht, es wirkt schmerzstillend, wärmend und entzündungshemmend und gilt als Heilmittel bei Problemen der Haut wie Neurodermitis, Wunden oder Verbrennungen. Johanniskrautöl ist auch bekannt dafür, bei Winterdepressionen zu helfen, da es die geballte Kraft der Sonne speichert. Johanniskrautöl sollte daher in keiner Hausapotheke fehlen.

Johanniskraut – die Pflanze

Im Volksmund wird Johanniskraut aufgrund der charakteristischen Farbe, die es mit der Zeit annimmt, auch Rotöl genannt. Die kleine Pflanze liebt karge Böden, Wegränder und Trockenwiesen und ist von Europa bis Asien weit verbreitet. Die Johanniskrautpflanze ist mehrjährig und wächst im Folgejahr wieder aus dem Rhizom. Sie wird bis zu 1 Meter groß und ist stark verzweigt. Die eiförmigen, kleinen Blätter sind mit vielen Ölbehältern durchzogen und scheinen wie perforiert, wenn man sie gegen das Licht hält.

Die Blüten haben fünf Kelch- und fünf Blütenblätter. Beim Zerreiben tritt ein roter Farbstoff aus, wodurch sich Echtes Johanniskraut auch leicht erkennen lässt. Zum Testen kann man einfach eine Blüte zwischen den Fingern zerreiben.

Johanniskrautöl in biologischer Qualität ist ein sehr heilsames Mazerat aus den Blüten des getüpfelten Johanniskrautes. Johanniskrautöl spielt eine große Rolle in der Volksmedizin, wo es für seine vielseitigen heilenden Eigenschaften hochgeschätzt wurde. Im Jahr 2015 wurde das Kraut zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sein lateinischer Name ist Hypericum perforatum, doch es wird noch bei vielen anderen Namen genannt:

  • Hartheu
  • Hexenkraut
  • Blutkraut
  • Johannisblut
  • Herrgottsblut
  • Sonnwendkraut
  • Teufelsfluch
  • Wundkraut
  • Liebfrauenbettstroh

 

Johanniskrautöl in Mythologie und Brauchtum

Im Volksglauben gilt das Johanniskraut als Lichtbringer, das Böses abzuwehren vermag. Geerntet wird es zur Sommersonnenwende, wenn die Sonne am Höchststand ist. Oft wurde die Heilpflanze nach einem Tanz ins Sonnwendfeuer geworfen. Es ranken sich zahlreiche Sagen rund um die strahlend gelben, kleinen Blüten. So soll der Teufel aus Ärger über die heilende Wirkung des Johanniskrauts die Blätter zerstochen haben – so entstanden die charakteristischen schwarzen Punkte auf den Blüten, die biologisch betrachtet die Öldrüsen sind.

Am 24. Juni ist Johannistag zu Ehren der Geburt von Johannes dem Täufer. Auch dieser christliche Feiertag steht in Verbindung mit dem Johanniskraut.

Doch nicht nur in Sagen und Brauchtum, auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde hat sich das Wissen um die heilende Wirkung der Pflanze über Jahrtausende hinweg erhalten. Schon im Mittelalter verfolgten Kräuterkundler die Idee, dass das Johanniskraut ein Mittel gegen Stimmungsschwankungen sein könnte, was mittlerweile auch wissenschaftlich gut belegt ist. Hildegard von Bingen und Paracelsus erklärten das Johanniskraut zu ihren bevorzugten Heilpflanzen. Vor allem die herausragenden Wirkungen zur Heilung von Hautproblemen und zur Behandlung von Schmerzen der Muskeln und Gelenke sind schon lange bekannt.

 

DIYS Johanniskrautöl: Rotöl selbst machen

Johanniskrautöl ist ein Blütenauszug in Öl und man kann es ziemlich einfach selbst herstellen. Dazu quetscht man die frisch geernteten Blüten sachte in einem Mörser und legt sie danach in einer durchsichtigen Glasflasche in hochwertiges Olivenöl ein. Die Glasflasche stellt man einfach in die Sonne. Für 25 g Blüten benötigt man etwa 500 ml Olivenöl. Ab und zu kann die Mischung sachte bewegt werden. Wichtig ist, dass die Blüten immer komplett von Öl bedeckt sind. Nach drei Wochen kann das fertige Mazerat – so wird der ölige Blütenauszug genannt – filtriert und in dunkle Flaschen abgefüllt werden. Die ursprünglich leuchtend gelben Blüten färben das Öl im Laufe der Herstellung rot. Das Johanniskrautöl ist etwa ein Jahr lang haltbar.

Wer den richtigen Erntezeitpunkt verpasst hat, bekommt bei uns ein qualitativ hochwertiges Bio Johanniskrautöl, das aufgrund des hohen Anteils an Blüten schon fast dunkelrot gefärbt ist. Es ist für jede Hausapotheke ein hilfreiches Mittel, das für viele Beschwerden einsetzbar ist.

Tipp: das Öl ist mit einfachen Mitteln herzustellen und ein schönes, selbstgemachtes Geschenk!

 

Ätherisches Johanniskrautöl

Im Gegensatz zu Johanniskrautöl/Rotöl wird ätherisches Johanniskrautöl, wie andere ätherische Öle auch, durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Darin ist kein Hypericin enthalten, weswegen es auch nicht die rote Farbe besitzt. Es besitzt aber viel andere wertvolle Substanzen mit einer stark stimmungsaufhellenden, angstlösenden, beruhigenden, herzstärkenden und antibakteriellen Wirkung. Wenn nicht ausdrücklich erwähnt, ist im weiteren Artikel Johanniskrautöl/Rotöl gemeint. Die Wirkung beider Essenzen ergänzt sich sehr gut, und kann auch gemischt angewendet werden.

Tipp:

  • 100 ml Rotöl und 15 Tropfen ätherisches Johanniskrautöl ergeben eine wirkungsvolle Mischung für Rheuma, Gicht, Hexenschuss, Prellungen, Quetschungen und Wunden.
  • Innerliche Anwendung bei Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität sowie bei Schleimhautentzündungen des Darms: 200 ml Rotöl und 20 Tropfen ätherisches Johanniskrautöl mischen und 2 EL täglich einnehmen.

 

Johanniskrautöl – wirksame Inhaltsstoffe

Wie alle natürlichen Heilmittel hat Rotöl eine komplexe Vielfalt an Wirkstoffen, die sich über Jahrhunderte hinweg als wirksam erwiesen haben. Erst diese einzigartige Wirkstoffkombination macht das Johanniskrautöl zu einem wertvollen Heilmittel, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte.

Zu den Wirkstoffen zählen:

  • Hypericin: stimmungsaufhellend, antidepressiv
  • Hyperforin: desinfizierend, entzündungshemmend, wundheilend
  • Quercitrin: fördert den Serotoninhaushalt, sorgt für positive Gefühlslage
  • Quercetin: antiviral
  • Biflavonoide: wirken gegen Nervosität, Herzklopfen, sorgen für innere Balance
  • ätherische Öle: schmerzlindernd, desinfizierend, entspannend, stimmungsaufhellend
  • Gerbstoffe: blutstillend, antibakteriell, schmerzlindernd

 

Johanniskrautöl ist wissenschaftlich sehr gut erforscht

Das Johanniskrautöl ist heute wissenschaftlich äußerst gut erforscht und hunderte Studien belegen seine Wirkung in verschiedenen Anwendungsgebieten, von Depressionen über die Wechseljahre bis hin zu Wundheilung.

Wer sich in das Thema weiter vertiefen will, dem sei diese Linksammlung ans Herz gelegt:

Linksammlung wissenschaftliche Studien

 

Johanniskrautöl: Wirkung bei Depressionen

Rotöl hat eine hervorragende Wirkung gegen Depressionen und den damit einhergehenden Begleiterscheinungen wir Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Erschöpfung, Ängsten und Schlafstörungen. Depressionen können in Krisenzeiten auftreten, nach persönlichen Verlusten, Traumen oder in verfahrenen Lebenssituationen, durch ständige Überlastung und zu hohen Druck oder auch als chronische Erkrankungen. Auch das fehlende Sonnenlicht im Winter verursacht bei vielen Menschen depressive Verstimmungen.

Wer sich über nichts mehr freuen kann, ständig müde ist, Angst hat Fehler zu machen, der eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraut und unter Ängsten leidet, sollte diese Symptome auch ernst nehmen. Depressionen betreffen viele Menschen und sind behandelbar. Auch hormonell bedingte Depressionen, wie in der Vor-Wechselphase oder in der Teenagerzeit sind mit Johanniskrautöl gut zu therapieren. Das Johanniskraut hat sich dabei in einigen pharmazeutischen Studien als überlegen erwiesen. Es wirkt langsamer, hat aber eine komplexere Wirkung auf die involvierten Botenstoffe und kaum Nebenwirkungen. Es kann die Ursachen einer Depression erfolgreich behandeln.

Dazu muss man wissen, dass Stimmung, Schlafrhythmus, jede Art von Sinnes- oder Schmerzwahrnehmung, Antrieb, Energie, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit wesentlich von einer ausreichenden Menge von Botenstoffen (Neurotransmittern) gesteuert werden.  Dazu zählen Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Melatonin, auch Vitamin D spielt dabei eine Rolle. Alle diese Botenstoffe werden durch die Wirkung von Johanniskrautöl positiv beeinflusst – die erhöhte Lichtsensibilität führt zudem dazu, dass der Körper wieder vermehrt selbst Vitamin D durch die Sonneneinstrahlung bilden kann. Zudem stärkt es das Immunsystem, was dem allgemeinen Wohlbefinden zusätzlich zugutekommt.

Tipp: Johanniskrautöl kann innerlich als Tee, als Rotöl (2 EL am Tag) oder als hochdosierter, pulverisierter Extrakt in Tablettenform eingenommen werden. Nicht die Geduld verlieren: Eine Besserung tritt frühestens nach zwei Wochen ein.

 

Johanniskrautöl für guten Schlaf

Schlafstörungen können sehr belastend sein und gehen oft mit einer Depression einher. Oft kommen Ängste, nächtliche Grübeleien und innerer Unruhe dazu.

Die beruhigende und entspannende Wirkung von Johanniskraut hilft, Schlafstörungen dieser Art zu beseitigen, und zwar oft besser als pharmazeutische Schlafmittel. Zwar können diese rasch zu einem tiefen Schlaf verhelfen, doch mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran und die Dosis muss erhöht werden. Zudem haben Schlafmittel oft unerwünschte Nebenwirkungen. Johanniskraut bietet hier eine langfristig wirksame, pflanzliche und nebenwirkungsfreie Alternative.

 

Johanniskraut in der Menopause

Niedergeschlagenheit, Gereiztheit und Depressionen können ebenso wie körperliche Symptome in den „Tagen vor den Tagen“ in Form von Prämenstruellem Syndrom oder vor und mit den Wechseljahren auftreten. Begleitend treten oft eine schmerzhaft spannende Brust, Krämpfe oder Heißhunger-Attacken auf. In Studien konnten diese Symptome durch eine Einnahme von Johanniskraut deutlich gebessert werden – oft um bis zu 50%.

Die hormonellen Veränderungen im Körper kennzeichnen das Ende eines Lebensabschnittes. Angstzustände, Stimmungstiefs und sogar schwere Depressionen zählen zu den typischen Wechseljahresbeschwerden. Tees und andere Kräuter-Zubereitungen, die Johanniskraut enthalten, sind eine sanfte, aber wirksame Unterstützung in dieser Phase.

Zusätzlich zur positiven Wirkung bei Depressionen hilft Johanniskraut in den Wechseljahren auch, den Hormonhaushalt auszugleichen. Pflanzliche Präparate etwa aus Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Johanniskraut haben sich hier laut Studien und Erfahrungen besser bewährt als Hormonersatz-Therapien.

 

Johanniskrautöl bei Wunden, Verbrennungen und Narben

Die Behandlung von Wunden und Verbrennungen mit Johanniskrautöl ist schon seit Jahrhunderten bekannt und erfolgreich. Traditionelle HeilerInnen wussten um die starken antibakteriellen, antiviralen und hautpflegenden Eigenschaften des Johanniskrautöls, das sich auch für offene Wunden eignet.

Die Tannine (Gerbstoffe) helfen, Blutungen zu stillen und Wundflächen zu verschließen. Verbrennungen heilen wesentlich schneller ab, wenn Johanniskrautöl aufgetragen wird. Und Wunden schließen sich, ohne starke Narben zu bilden. Das Einreiben von Johanniskrautöl wirkt oft wahre Wunder dabei und verhindert die Entstehung von unschönen Wucherungen und dicken, roten Narben.

Johanniskrautöl bei Neurodermitis und Hautentzündungen

Die heilende Wirkung von Johanniskrautöl zeigt sich auch bei der äußerlichen Anwendung gegen Hautprobleme: entzündliche Akne bringt es zum Abklingen und es verringert die Narbenbildung. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte stabilisiert es die Haut, bekämpft und lindert Entzündungen und mindert vor allem den Juckreiz. Auch bei einem Sonnenbrand kann es hilfreich sein – aber Achtung – nicht wieder in Sonne gehen, wenn Rotöl aufgetragen wurde.

 

Johanniskrautöl bei Schmerzen

Schmerzhafte Zustände am Bewegungsapparat und der Muskulatur, wie Rheuma, Gicht, Ischias, Hexenschuss, Muskelkater, Verspannungen und Zerrungen sprechen sehr gut auf die schmerzstillende und abschwellende Wirkung von Rotöl an. Am besten wirken Massagen und Einreibungen der betroffenen Stellen, auch warme Ölumschläge haben sich bewährt. Die schmerzstillende Wirkung setzt rasch ein und verschafft effiziente Erleichterung.

 

Achtung vor Sonnenlicht!

Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlicher, daher sollte man die Sonne meiden, wenn man das Öl aufgetragen hat. Sonnenbrände passieren dann sehr leicht. Auch schwangere Frauen sollten Johanniskrautöl meiden.

 

Top für die Hausapotheke

Johanniskrautöl ist ein wirksames pflanzliches Heilmittel, das bei Depressionen, Hauterkrankungen, Magen- und Darmentzündungen sowie schmerzhaften Symptomen am Bewegungsapparat hervorragend hilft. Es ist also für jede Hausapotheke nur zu empfehlen und kann bedenkenlos äußerlich und innerlich angewendet werden.

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