Quendelöl – der heimische Bruder des Thymians

Quendel ätherisches Quendelöl

Quendel, auch Sand- oder Feldthymian genannt,  ist der mitteleuropäische Bruder des bekannteren Echten Thymians aus dem Mittelmeerraum. Er duftet wild und aromatisch und bildet an trockenen, auch alpinen Standorten ganze Teppiche, die anmutig rosa-violett blühen. Ätherisches Quendelöl ist ein tolles Hausmittel mit vielen Anwendungsgebieten von den Atemwegen über die Verdauung bis zu Menstruationsbeschwerden.

Eine Heilpflanze mit vielen Namen

Quendel wird oft auch als Thymian bezeichnet und beide gehören zur Gattung der Lippblütler. Allerdings ist der Quendel (Thymus serpyllum) botanisch eine andere Art als der Echte Thymian (Thymus vulgaris). Er gehört ferner der Unterfamilie Nepotoideae (Minzenartige) an. Diese Unterfamilie beherbergt viele weitere bekannte Küchen- und Heilkräuter wie Basilikum, Bohnenkraut, Lavendel, Ysop oder Melisse. Die Gattung Thymiane (Thymus) umfasst mehr als 210 Arten. Auch der Thymus pulegioides wird oft als Quendel bezeichnet.

Quendel hat viele Namen, unter anderem Arznei-Thymian, Breitblättriger Thymian, Rauschkraut, Sandthymian, Feldthymian, Feldkümmel, Kandelkraut, Thymian türkisch und Wilder Zimt.

Quendel kann in der Küche wie der Echte Thymian verwendet werden. In der Volksheilkunde hat er aber einen eigenen Wirkungsbereich.

Unser Quendelöl aus Thymus serpyllum

Wir stellen unser Tiroler Kräuterhof Quendelöl aus dem Thymus serpyllum her. Anders als der Echte Thymian, dessen Heimat der südeuropäische Mittelmeerraum ist, stammt der Quendel aus Mitteleuropa. Man trifft die anspruchslose, violett blühende Heilpflanze auf Wiesen und Feldern genauso wie in kargen Gebirgslandschaften der Alpen an und weit bis nördliche Gegenden. Bei dieser Verbreitung ist es kein Wunder, dass er viele Namen hat!

Wie auch der Echte Thymian ist der Quendel eine wild duftende Gewürz- und Heilpflanze. Man kann ihn also gut im Kräuterbeet anbauen und als aromatisches Kraut in der Küche verwenden. Das ätherische Quendelöl steht das ganze Jahr zur Verfügung und ist ein wirksames Naturheilmittel. Diese Varietät ist reich an den Inhaltsstoffen Thymol und Carvacrol, weshalb man es immer mit einem pflanzlichen Öl verdünnen sollte, um Hautreizungen zu vermeiden.

Neben den ätherischen Ölen sind weitere wirksame Inhaltsstoffe Bitterstoffe, Flavone, Gerbsäure, Gerbstoffe und Triterpene.

Herstellung von Quendelöl

Wie die meisten ätherischen Öle wird Quendelöl durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Durch den heißen Dampf werden den Pflanzenteilen die ätherischen Öle entzogen. Kühlt man den Dampf später wieder ab, lassen sich Wasser und Öl trennen. Man benötigt etwa 100 Kilo Quendelkraut in biologischer Qualität um 1 Liter ätherisches Quendelöl herzustellen.

Quendelöl – körperliche Wirkung

Quendel fiel schon immer wegen seines kräftigen, würzigen Duftes aus. In der Volksmedizin ist er schon seit langem als Heilmittel bekannt und geschätzt. So schrieb etwa der antike Heilkundige Plinius, dass der Quendel schon um 200 v.Chr. Bestandteil des Theriaks, einem Antidot (Gegengift), war.

Das vielseitige ätherische Quendelöl hat ausgesprochen gut wirkende Inhaltsstoffe. Es wirkt anregend, stärkt das Immunsystem, dient zur Stärkung des gesamten Organismus und ist sehr wohltuend bei Muskelverspannungen.

Gut für die Atemwege

In Zeiten von Erkältungen wird es dank seiner desinfizierenden Eigenschaften in der Aromatherapie gerne zur Raumluftverbesserung und Desinfektion vernebelt.

Gute Erfahrungen gibt es mit der Wirkung auf die Lunge und die Bronchien bei Katarrhen der oberen Luftwege. Krampfartiger Husten mit zähem Schleim können auch mit Inhalationen oder Bädern günstig beeinflusst werden.

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin findet Quendel oder Feldthymian ein breites Anwendungsspektrum.

Ein altes Frauenkraut

Als Frauenkraut wird der Quendel bezeichnet, weil der Erleichterung bei schmerzhaften Perioden hat. Er wirkt entkrampfend und wärmend. Außerdem fördert er den weiblichen Zyklus und hat eine regulierende Wirkung auf die Menstruation. Wärmende Kompresse verstärken die Wirkung.

Alte Bezeichnungen wie Kinderkraut, Liebfrauenbettstroh oder Marienbettstroh machen die frühere Bedeutung als Frauenkraut deutlich, denn die Pflanze wurde zur Erleichterung der Geburt sowie im Wochenbett mitgegeben. Seine Inhaltsstoffe können heute noch bei vielen Frauenbeschwerden helfen. Auch in den Wechseljahren kann Quendelöl eine ausgleichende Wirkung entfalten.

Verdauungsfördernd & beruhigend

Aber auch Blähungen und Völlegefühl werden damit oft erfolgreich behandelt. Dazu dreimal täglich bis zu vier Tropfen Öl mit einem Teelöffel Honig vermischt in eine Tasse lauwarmes Wasser oder Tee geben.

Tinkturen oder Kompressen mit verdünntem Quendelöl  werden äußerlich bei Verstauchungen, Quetschungen, rheumatischen Schmerzen und Gicht angewendet. Für Kompressen oder Waschungen verwendet man eine Lösung mit maximal 20 Tropfen in einem Glas mit abgekochtem Wasser.

Quendelöl hat überdies eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem, er entspannt und sorgt dafür, dass man abends leichter in den Schlaf findet und des Nachts besser durchschlafen kann. Am besten wirkt es dazu in der Duftlampe oder dem Aromavernebler.

Quendelöl wirkt

  • Antibakteriell
  • Beruhigend
  • Blutstillend
  • Entzündungshemmend
  • Hustenstillend
  • Geburtserleichternd
  • Krampflösend
  • Schleimlösend
  • Schweißtreibend
  • Verdauungsanregend
  • Schmerz- und krampflindernd bei Menstruationsbeschwerden

Quendelöl-Massage bei Erkältungen

Eine wirklich angenehme Ölmischung für eine Ganzkörpermassage, vor allem wenn sich eine Erkältung anbahnt, ist folgende Mischung:

Hildegard von Bingen: Quendel für schöne Haut

Die berühmte Ärztin Hildegard von Bingen empfahl Quendel als Mittel für die Haut. Vor allem bei Unreinheiten, Ekzemen, Akne und Allergien hat sie Quendel angewendet, und zwar als Kraut, das sie in den Speisen mitgekocht hat. In ihrem Büchern findet man folgendes Zitat:

„Wenn ein Mensch krankes Fleisch (Gewebe) hat, so dass sein Fleisch (Haut) wie räudig ausblüht, der nehme Quendel und esse es mit Fleisch oder Gemüse gekocht oft, und das Gewebe (Fleisch) seines Körpers wird von innen heraus geheilt und gereinigt werden“.

Der Quendel dient bei Hildegard als Heilpflanze für eine schöne Haut. Um die Haut zu verschönern, empfiehlt sie eine regelmäßige Einnahme als Kraut in der Küche. Quendel lässt sich gerade in unseren Breiten gut im Garten ziehen.

Durch seine ätherischen Öle riecht der Quendel aromatisch-würzig, sein Geschmack ist aber nicht sehr dominant, so dass er sich in einer Vielzahl an Gerichten mitkochen lässt.

Hildegard von Bingen hat auch das Rezept für eine Quendel-Hautsalbe überliefert.

Quendel im Kräutergarten

Der bodenbedeckende, mehrjährige Halbstrauch kann bis zu zehn Zentimeter hoch werden und bevorzugt trockene, sonnige Standorte, wo er sich dann gerne teppichartig ausbreitet.

Er ist immergrün und bildet kleine ovale Blätter aus. Wenn er blüht zeigen sich unzählige, violette bis rosafarbene, trichterförmige Blüten. Die Blütezeit ist von Juli bis September und sie verströmt einen wunderbaren Duft.

Man sammelt entweder die Blätter das ganze Jahr über oder auch das blühende Kraut  – jedenfalls ohne die verholzten Teile. Besonders aromatisch ist Quendel  vor der Blüte, weshalb die Monate Mai und Juni die besten sind, um Quendelkraut zu trocknen oder eine Tinktur herzustellen.

Man kann Quendel aus Samen ziehen oder Ausläufer einpflanzen. Er gedeiht gut auf sonnigen, trockenen und kalkarmen Standorten. Im Garten passt er gut in einen Steingarten und die Kräuterspirale mit anderen Sonne liebenden Arten in sandigen, nährstoffarmen Böden. Auch für die Begrünung von Dächern eignet sich die anspruchslose Pflanze.

Kälte und Frost hält er gut aus, schließlich gedeiht er auch wild bis nach Sibirien. Im Frühling kann man ihn leicht zurückschneiden, um einer Verholzung entgegenzuwirken.

Quendel in der Küche

Quendel ist eine der Heilpflanzen, die auch in der Küche wegen ihres würzigen Aromas immer schon als Gewürz verwendet wurden. Der Duft stammt von dem hohen Anteil an ätherischen Ölen. Sie sorgen dafür, dass die Verdauung angeregt wird. So lassen sich Quendel, Thymian, Rosmarin & Co auch dort gut einsetzen, wo man schwere Speisen bekömmlicher machen will.  Er passt wunderbar zu Fleisch, Erdäpfeln, Fisch, Salaten und Gemüse-Aufläufen.

Der Feldthymian hat auch eine leicht zitronenartige Duftkomponente. So lassen sich mit dem frischen Kraut Salate würzen, das getrocknete Kraut wirkt bei Fleischspeisen gut verdauungsfördernd.

Mit seinen zarten Blüten schmeckt er herrlich in Kräuterbutter, Aufstrichen, Suppen, Dips, Soßen und Salaten. Ebenfalls bestens geeignet ist er für Tees, Hydrolate und Sirups.

Gewürzsalz, das sie Verdauung anregt

Wer ein Gewürzpulver herstellen will, das die Verdauungssäfte anregt, kann getrockneten Quendel mit Wermut und Rosmarin zu gleichen Teilen mischen, zu einem Pulver verreiben und dieses den Speisen zufügen.

Quendelblüten-Butter

Eine Tasse abgezupfte und kleingehackten Quendelblüten und -blätter mit Salz gut verrühren und mit  250 Gramm weicher Butter vermischen. Die Kräuterbutter bei Raumtemperatur 1 – 2 Stunden stehen lassen, sodass sich die ätherischen Öle mit der Butter gut verbinden können. Eine Rolle formen und diese in den Kühlschrank geben. Die Quendel Butter passt gut zu einem Grillabend, erleichtert die Verdauung und beugt Blähungen vor.

Quendelöl- Affirmation

Ich spüre die Kraft und den Mut, meinen Weg zu gehen.

Quendelöl – seelische Wirkung

Quendelöl stärkt das Selbstbewusstsein, regt die Psyche an und gilt auch als Aphrodisiakum. Es reaktiviert unsere Leistungsreserven, wenn wir glauben, es geht nicht mehr weiter. Es gibt Kraft und Mut in seelischen Tiefs und schenkt uns ein Gefühl von Wärme, Geborgenheit und Mitgefühl.

Quendelöl mischt sich in der Duftlampe gut mit:

Angelikasamen, Engelwurz (Angelikawurzel), Basilikum süß, Zitronenbasilikum, Bergamotte, Bergbohnenkraut, Eukalyptus globulus bio, Eukalyptus radiata, Kiefer (Schwarzkiefer) bio, Kümmel (Carvi) bio, Lavendel extra bio, Lavendel edel extra bio, Speiklavendel bio fein, Melisse bio, Majoran wild bio, Muskatellersalbei, Muskatnuss bio, Oregano span., Rosenblüten abs., Rose persisch, Rosenblüten bulg. bio, Rosmarin spanisch, Rosmarin verbenon, Teebaumöl bio, Wacholderbeere, Zitrone

Quendelöl kaufen

Der Tiroler Kräuterhof hat sich bewusst auf qualitativ hochwertige ätherische Öle für die Verwendung in der Aromatherapie spezialisiert. Unsere Ätherischen Öle eignen sich insbesondere für professionelle Anwender wie Aromatherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte sowie für Menschen mit qualitativ hohem Anspruch.

Unser Quendelöl ist 100 % naturrein und aus biologischem Anbau.

Achtung!

Aufgrund der starken Wirkung ihrer Inhaltsstoffe sollten Thymian-Öle nicht für Kleinkinder und in der Schwangerschaft verwendet werden. Vorsicht bei Bluthochdruck, Epilepsie oder Schilddrüsenüberfunktion! Generell niedrig dosieren und nicht unverdünnt anwenden.

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